Orthopädische Schuhe / Fußbettungen (Einlagen) Jentzsch - Orthopädie-Schuhtechnik

Plattfuß

Beschreibung:

Als Plattfuß wird eine hĂ€ufige Fußfehlstellung bezeichnet, die angeboren oder erworben sein kann. Hierbei ist das LĂ€ngsgewölbe des Fußes abgeflacht, sodass dieser stark, oder sogar komplett, am Boden aufliegt. PlattfĂŒĂŸe bereiten in der Regel keine Schmerzen, mĂŒssen jedoch in einigen FĂ€llen behandelt werden. Der angeborene Plattfuß kann sonst spĂ€ter sogar die GehfĂ€higkeit beeintrĂ€chtigen. Die Diagnose des Plattfußes lĂ€sst sich in der Regel durch das klinische Bild stellen, in unklaren FĂ€llen hilft eine Röntgenaufnahme. Die Behandlung erfolgt je nach Art und Ausmaß des Plattfußes operativ oder konservativ durch krankengymnastische Übungen und Einlagen. Die Prognose ist in der Regel gut.

 

Ursachen:

Der gesunde Fuß weist im Gegensatz zum Plattfuß in der Regel eine LĂ€ngswölbung am Innenrand auf. Der Fuß ist hier um etwa einen Finger vom Boden abgehoben. An dieser Wölbung sind sowohl Muskeln als auch BĂ€nder und Sehnen beteiligt.

 

Angeborener Plattfuß:

Der angeborene Plattfuß kommt teilweise in familiĂ€rer HĂ€ufung vor, was eine genetische Komponente vermuten lĂ€sst. Außerdem tritt er hĂ€ufig in Kombination mit anderen Fehlbildungen wie offener RĂŒcken oder Skelettmissbildungen (HĂŒftverrenkungen, Klumpfuß der gegenĂŒberliegenden Seite) auf. Das Fußskelett ist nicht normal entwickelt, was u.a. zu einer LĂ€ngsgewölbeabsenkung und einem Fersenhochstand fĂŒhrt.

 

Erworbener Plattfuß:

Der erworbene Senk- oder Plattfuß ist der Endzustand eines ĂŒberlasteten Halteapparats des Fußes. Die BĂ€ndern und Muskeln, die das LĂ€ngsgewölbe aufrechterhalten, sind nicht effizient genug und können das Gewölbe nicht stĂŒtzen. Das Fußskelett gibt schließlich der Körperlast nach. HĂ€ufig beruht der Senk- bzw. Plattfuß dabei auf einer angeborenen BindegewebsschwĂ€che und entwickelt er sich oft aus dem kindlichen Knick-Senkfuß. Übergewicht kann seine Entstehung begĂŒnstigen.

Auch das Tragen von Schuhen fördert den Entstehungsprozess eines Plattfußes, da Fuß und Zehen nicht die normale Bewegungsfreiheit besitzen. Schuhe halten Reize fern, welche sonst die Muskulatur aktivieren und trainieren. Des Weiteren kommen auch entzĂŒndliche Prozesse (Arthritis), Traumen (Unfall etc.) oder eine Arthrose im Fußgelenk als mögliche Ursachen in Frage. Bei Ă€lteren Menschen treten PlattfĂŒĂŸe hĂ€ufig auch durch krankhafte VerĂ€nderungen einer Unterschenkel-Sehne auf. Durch die lebenslange starke mechanische Beanspruchung bildet sich die Sehne hĂ€ufig etwas zurĂŒck, was bei stĂ€rkerer AusprĂ€gung zu den Symptomen des Plattfußes fĂŒhren kann.

 

Therapie:

Angeborener Plattfuß:

Beim angeborenen Plattfuß sollte sofort nach der Geburt eine korrigierende, operative Behandlung erfolgen. SpĂ€ter ist eine langwierige Nachbehandlung mit Gips, Nachlagerungsschalen, Innenschuhen und Einlagen erforderlich. Bestehen nach Wachstumsabschluss weiterhin Fehlstellungen, können diese erneut durch eine Operation in Form einer Versteifung gewisser Fußanteile (Arthrodese) korrigiert werden.

 

Erworbener Plattfuß:

GrundsĂ€tzlich ist bei einem erworbenen Plattfuß eine Therapie nicht notwendig, solange keine Beschwerden bestehen. Kommt es aber zu Schmerzen, muss das Hauptaugenmerk einer Therapie darin liegen, die Belastungsverteilung und StĂŒtzung des Fußgewölbes zu verbessern. Dabei kommen sowohl krankengymnastische Übungen zur Verbesserung der Unterschenkel- und Fußmuskulatur, sowie auch Einlagen zum Einsatz. In schwereren FĂ€llen sind möglicherweise spezielle Maßschuhe nötig.

Bei ausgeprĂ€gten, mit Beschwerden einhergehenden PlattfĂŒĂŸen, welche durch konservative Maßnahmen nicht zu beheben sind, kann eine Operation notwendig werden. Dies ist hĂ€ufig bei arthrotischen VerĂ€nderungen im Fuß als Ursache der Fall. Ziel einer solchen Operation ist die Versteifung des unteren Sprunggelenks (subtalare Arthrodese).

Liegen den PlattfĂŒĂŸen andere Ursachen, wie z.B. eine Arthritis, zugrunde, sollte die Grunderkrankung immer mitbehandelt werden. Bei der EntzĂŒndung der Unterschenkel Sehne (Tibialis Sehne) werden z.B. zusĂ€tzlich lokal entzĂŒndungshemmende Maßnahmen (Salben etc.) eingesetzt.